RAWA-Förderverein Deutschland

RAWA Patenschaften - Shams und Sharifa fanden ein neues Zuhause in einem RAWA Waisenhaus

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Die Geschichte von Shams und Sharifa beginnt mit dem Tod Ihres Vaters 1998 durch die Taliban. Zu diesem Zeitpunkt lebte die Familie in der  historischen, landschaftlich reizvollen  Provinz Yakawlang in Bamyan. Die Region befindet sich im Zentrum Afghanistans und ist berühmt für die riesigen, während des Talibanregimes zerstörten Buddhastatuen. Sharifa war damals 4 Jahre und ihr Bruder Shams nur 2 Jahre alt. Sharifa kann sich noch an die Nachricht über den Tod des Vaters erinnern. Kurz darauf wurde auch noch ihre Mutter sehr krank und verstarb schon bald. 

Afghanistan spiegelt sich in den Augen Sharifas nur durch Krieg, Blutvergießen, Hunger und sinnloses Töten wider. Sie kann sich an die vielen schrecklichen Nächte erinnern, in denen sie und ihre Familie sich in Höhlen in den Bergen verstecken mussten, um den mordenden Taliban zu entkommen, die gegen die dortige Minderheit der Hazara brutal vorgingen. An ihre Mutter und ihren Vater kann sie sich hingegen kaum noch erinnern, erzählt sie mit tränenüberströmtem Gesicht. 

Zwei Jahre später konnten Shams und Sharifa den Turbulenzen des Krieges entkommen. Ihre nächtelange Flucht brachte die Geschwister aus Afghanistan nach Pakistan. Der ältere Bruder kontaktierte RAWA über einen Bekannten und so konnten die kleinen Geschwister Shams und Sharifa in einem RAWA - Flüchtlingslager untergebracht werden. Shams war damals noch zu klein, um in die Schule zu gehen, doch Sharifa konnte sofort die erste Klasse besuchen. Zuerst lebten die Beiden mit einem RAWA - Mitglied, welches sich liebevoll um die Kinder kümmerte, bevor sie dann mit den anderen Jungen und Mädchen in einem RAWA - Jugendwohnheim zusammengebracht werden konnten. Beide entwickelten sich als gute Schüler. Sharifa spielte in der Mädchenfußballmannschaft und trainierte im Karateteam. Im Jugendwohnheim verbrachten die Kinder 4 Jahre, bevor sie dann in das RAWA - Waisenhaus wechselten. Nachdem sie einige Jahre bei RAWA behütet wurden, wurde das Watan - Waisenhaus in Pakistan ihr Zuhause, in dem Shams und Sharifa noch immer leben. Mittlerweile sind sie 12 und 14 Jahre alt und erleben eine unbekümmerte Kinderzeit mit Hilfe einer Kinderpatenschaft des RAWA - Patenprogramms. Beide haben im Waisenhaus auch Verantwortung  übernommen und versuchen, allen Neuankömmlingen so gut sie können zu helfen und sie mit den Regeln der Einrichtung vertraut zu machen. Shams ist der intelligenteste Schüler der gesamten Schule und unterrichtet sogar andere Kinder am Computer. Shams sagt, hätte man ihn in seinem Dorf zurückgelassen, dann wäre er bestimmt Schafhirte geworden und Sharifa meint, dass ihre einzige Bestimmung gewesen wäre zu heiraten und Hausfrau zu sein. Beide möchten gerne Ärzte werden, wenn sie groß sind. 

Das RAWA - Waisenhaus hat ihr ganzes Leben verändert. Dort haben sie eine Heimat, Geborgenheit und eine Zukunft gefunden. Shams und Sharifa sind nur zwei der vielen Waisenkinder in Afghanistan, die durch die Zuwendung und Unterstützung von RAWA profitieren. Es wäre so schön, könnten es täglich mehr werden.